Thanksgiving Day - nicht nur eine amerikanische Tradition
Die Werte und Traditionen von ,Danksagung” sind weltweit in jeder Kultur und jeder Religion verankert. Der Ernte-dankfest Feiertag, der jeden November in den Vereinigten Staaten gefeiert wird, wird weltweit als eine Ur-ameri-kanische Tradition betrachtet, aber seine Wurzeln reichen weit zurück in die Geschichte der Menschheit. Überall in der 
Geschichte Asiens - einschließlich Japan, Indien, Indonesien, Thailand und Sri Lanka - wurden Feste zelebriert als Ausdruck der Dankbarkeit für die jährliche Reisernte. In Afrika sind viele Stammes- Ausdrücke von Dankbarkeit diesem alten Gebet ähnlich: "Das Jahr ist erneut vollendet, großer Herr unseres Landes - niemals können wir genug danken für deine guten Taten und all Ihren Segen". In Südamerika enthalten viele der alten indianischen Kulturen Ausdrücke von Dankbarkeit und Danksagung und im modernen Brasilien ist seit 1949 der 4. Donnerstag im November ein besonderer öffentlicher Feiertag für Danksagung und Gebet. Auch in Europa findet die Ernte-Danksagung in protes-tantischen und katholischen Kirchen mit besonderen Altar-Dekorationen ihren Ausdruck. Heute begehen 8 Nationen - Argentinien, Brasilien, Kanada, Japan, Korea, Liberia, die Schweiz und die Vereinigten Staaten - das Erntedankfest als offiziellen Feiertag.

Forschungen zufolge, die vom Zentrum für Welt-Erntedankfest in Texas durchgeführt wurden, beobachteten die ersten spanischen Eroberer auch bei den amerikanischen Ureinwohnern Rituale und Zeremonien, um Dankbarkeit für das Leben selbst einer höheren Macht gegenüber auszudrücken. Die ersten amerikanischen Siedler und Kolonisten von jedem Kontinent brachten weitere Sitten von Gebet und Danksagung besonders in den Neu-England Staaten mit, die im Laufe der Jahrhunderte das Bild des heutigen Thanksgiving Feiertages formten. Nachfolgend die wichtigsten historischen Daten:

1621 Die ersten “Pilgrim”- Enwanderer veranstalteten ein “Fest” nahe dem heutigen Plymouth im Bundesstaat Massachusetts nach ihrer ersten Ernte. Dieses Fest wird häufig als das "Das erste Erntedankfest" bezeichnet, obwohl es in erster Linie ein Tag des Gebetes und des Fastens war und danach nicht wiederholt wurde. Dennoch ist das Er-eignis von 1621 zum Modell für das Thanks-Giving Fest in den Vereinigten Staaten geworden. Mehr als wahrscheinlich wurde bei diesem ersten Erntedank-Fest draußen gegessen aufgrund der Tatsache, daß die Kolonisten kein Gebäude hatten, das groß genug gewesen wären alle Leute darin unterzubringen, die kamen. Auch einheimische Indi-aner waren definitiv unter den eingeladenen Gästen und es ist wahrscheinlich, das neben anderem Wild und wildem Geflügel auch Truthahn (gebraten, aber nicht gefüllt wie heute üblich) und Kürbis in irgendeiner Form ihren Weg auf den Tisch fanden.

8. Juli, 1630 Die Reise von John Winthrops Schiffen von England in die neuen Kolonien war schwierig und stürmisch. Die glückliche Ankunft, insbesondere nach einer so stürmischen und gefährlichen Überfahrt war geeignet, ein Dankfest abzuhalten. Gouverneur Winthrop notierte: "Wir hielten einen Tag der Danksagung ab in allen Plantagen". Während der nächsten rund 150 Jahre wurden in den neuen Kolonien immer wieder, aber in unregelmäßigen Abständen, lokale Danksagungs-Feiern abgehalten. Zusätzlich zu den unterschiedlichen Danksagungs-Traditionen, die von Siedlern aus vielen Teilen der Welt nach Nordamerika mitgebracht wurden, fügten einige Verwaltungen die amerikanische Danksagung mit der alten jüdischen Befolgung von Sukkot im Herbst zusammen, die Dank zu Gott für die Freigebigkeit der Erde zum Ausdruck bringt. Tatsächlich verfügen alle bedeutenden Welt-Religionen - einschließ-lich Hinduism, Buddhismus, Judaismus, Christentum und Islam - über Rituale, Befolgungen und Liturgien als Aus-druck der Dankbarkeit gegenüber einer höheren Macht für das Geschenk von Leben und seinen Wundern.

1775 Die Erste Gebets-Proklamation von 1775 bat den ganzen nordamerikanischen Kontinent, einen Tag fest-zusetzen, um zu beten und zusammen zu fasten. Die Proklamation hatte elektrisierende Wirkung und vereinte die amerikanischen Siedler im Geiste - ein volles Jahr vor der Unabhängigkeitserklärung.

1777 markiert das erste Erntedankfest der neuen Vereinigten Staaten von Amerika als General George Washington und seine Armee auf dem Wege nach Valley Forge in bitterkaltem Wetter auf offenem Feld das erste Erntedankfest zelebrierte.

1789 Präsident Washingtons erste Proklamation nach seiner Amtseinführung als erster Präsident der Nation erklärt den 26. November 1789 als einen nationalen Tag von "Danksagung und Gebet".

1863 Amerika vergaß den “National Prayers Day” während 45 Jahren Friedens und Prosperität. Dann, in 1863, donnerte Abraham Lincoln, "Wir sind Empfänger der auserlesensten Freigebigkeiten des Himmel gewesen... wir sind in Zahlen, Reichtum und Macht gewachsen, wie keine andere Nation jemals zuvor, aber wir haben Gott vergessen”. Lincoln stellte die vernachlässigten Präsidententen-Proklamationen von Gebet und Danksagung während der tragi-schen Jahre des amerikanischen Bürgerkrieges wieder her durch die erste Proklamation seit über 40 Jahren. Kein Präsident seit Abraham Lincoln hat seitdem das jährliche Erntedankfest zu Ehren Gottes vergessen, das ein Bild der beliebtetsten amerikanischen Tradition widerspiegelt.

26. November, 1941 Präsident Roosevelt unterzeichnet das Gesetz, dass den vierten Donnerstag im November als “Thanksgiving Day” bestimmt. Weil innerhalb von jeweils sieben Jahren zwei Jahre 5 Donnerstage im November auf-weisen, feierten einige Bundesstaaten für die nächsten 15 Jahre am letzten Donnerstag. Seit 1956 aber wird nun der vierte Donnerstag im November von jedem Staat als Thanksgiving Day begangen.


© Bernard Carpenter