South-East-Florida und die Keys - Einmalig in ihrer Vielfalt

Schaufensterbummel über die elegante Worth Avenue im mondänen Palm Beach. Mit Rollerblades entlang Fort Lauderdales quirliger Beach. "Promi-Watch" von Stars und Sternchen an Miamis berühmtem Art-Deco-Strip. "Seele baumeln lassen" in den tropischen Florida Keys. Süd-Ost Florida offeriert die vielleicht abwechslungsreichste Ferienregion ganz Floridas. Hier kann man die Extreme von Natur und Zivilisation hautnah erleben – von den aufregen-den Reizen der Großstädte bis zu unberührter Wildnis in den Naturschutzgebieten - und alles dazwischen.

Die friedliche Ruhe der Treasure Coast - so benannt nach den zahlreichen Schatzschiffen spanischer Eroberer, die hier in stürmischer See sanken - ist auch heute noch intakt trotz Bauboom weiter südlich. So können Besucher in Orten wie Hutchinson Island, Stuart und Jensen Beach Kleinstadt-Charme und Freundlichkeit, stille Nächte und lieb-liche, goldene Strände genießen. Darüberhinaus offeriert auch hier die verschwenderische Natur Floridas eine Fülle von Attraktionen, von spielerischen Delphinen und akrobatischen Möwen entlang der Küste bis zu gemütlich äsenden Manatees, zahlreichen Watvögeln und Alligatoren entlang des Indian- und St. Lucie Rivers.

Landeinwärts liegt Floridas größter Süßwasser-See Lake Okeechobee, der selbst noch aus dem All als das "Auge" Floridas zu erkennen ist. Lake Okeechobee ist berühmt für seine Barsche und so verwundert es kaum, dass der See umgeben ist von Fischer-Camps bis hin zu eleganten Resorts. Während des ganzen Jahres finden hier Angel-Wett-bewerbe statt, die Sportfischer aus aller Welt anziehen. Gänzlich anders präsentiert sich dem Besucher die Gold Coast, die ihren Namen nicht nur wegen ihrer "goldenen" Strände sondern vor allem auch wegen des hier behei-mateten unglaublichen Reichtums - von Palm Beach über Boca Raton bis nach
Miami - völlig zu Recht trägt. Zusätzlich zu den 75 km Traum-Beach ist Palm Beach County ein Mekka für Golfer mit nahezu 150 außergewöhnlichen und z.T. spektakulären Golfplätzen.

Wenngleich Geld ganz sicher nicht immer mit Kultur gleichzusetzen ist, so offeriert Palm Beach County doch ein für floridianische Verhältnisse wahres Füllhorn an hochkarätigen, kulturellen Angeboten und Veranstaltungen inklusive Ballett, Oper, Theater, Musik und modernem Tanz. Palm Beach, das Babel der Reichen und Mächtigen im Lande, ist gekennzeichnet durch palmengesäumte Alleen, sündig teure Boutiquen, 5-Sterne-Hotels, Traumvillen direkt am Strand und der größten Ansammlung von Luxuskarossen und Luxusyachten aller Coleur. Etwas südlicher - sowohl geo-grafisch als auch im übertragenen Sinne preislich - liegen Boynton Beach, Delray Beach und Boca Raton. Obwohl ruhiger verwöhnen auch sie den Besucher mit wunderschönen Stränden und einem großen Angebot an attraktiven Shopping-Malls, Kunst und Kultur.

Fort Lauderdale - das sich während der Prohibition den Beinamen "Fort Liquordale" als Hauptumschlagsplatz für den Alkoholschmuggel einhandelte - wird heute seinem Ruf als das "Venedig Amerikas" in vollem Umfang gerecht. Neben den natürlichen Flußläufen des Middle- und Stranahan-Rivers etc. machen mehr als 450 km Kanäle und Wasserwege Ft. Lauderdale zu einem Paradies für "Boater" aus aller Welt. Nachdem Beach und Beachpromenade nach den Zerstörungen durch Hurricane Andrew 1992 mit einem Kostenaufwand von über 20 Mio. $ renoviert wurden, ist Ft. Lauderdales Beach erneut ein attraktiver Treffpunkt für Sonnenanbeter, Spaziergänger, Rollerblader und Rad-fahrer, die Sonne, Sand und Entertainment gleichermaßen geniessen. Neben den vielen Strandaktivitäten, zu denen auch hier das Tauchen an einem künstlichen Riff gehört, gesellt sich ein nicht minder aktives Nachtleben mit Cafés, Bars und Shops entlang der Beach. Für den gehobeneren Geschmack in Sachen Shopping und Dining offeriert der beliebte Las Olas Boulevard, nur etwa 2 km von der Beach entfernt, eine Auswahl eleganter Boutiquen und z. T. erstklassiger Restaurants und Bars. Wer sich als Besucher mit dem amerikanischen Lieblingssport No. 1, "shop ‘til you drop" – Einkaufen bis zum Umfallen - identifizieren kann, für den ist der Besuch der Sawgrass Mills Mall, einem gigantischen Einkaufszentrum westlich von Ft. Lauderdale, ein Muss. Auf einem "Parcour" von über 4 km Länge bieten über 270 Geschäfte eine fast schon unübersehbare Marken- und Produktvielfalt mit z.T. erheblichen Preisnachlässen. 

Miami, der Schmelztiegel des Südens, ist ein multikulturelles Paradies, wo man neben dem dominierenden spanisch zwar immer noch englisch, aber auch französisch, italienisch, deutsch, jüdisch und creolisch spricht, um nur einige Sprachen zu nennen. Wenngleich auch hier Strandurlaub groß geschrieben wird, so offeriert Miami doch noch viel mehr. Wie wärs mit einem Café con leche in Little Havanna, Miamis kubanischem Viertel oder einem Margarita an South Beachs Art Deco Meile? Ein wenig mehr Beschaulichkeit? Wie wär´s mit einem Besuch des Vizcaya Museums, einem "echten" italienischen Pallazzi mit herrlichem Garten? Lust auf Karibik? Miami ist neben anderen Superlativen auch die Welthauptstadt der Kreuzfahrtschiffe. Und für Nachtschwärmer offeriert Miami eine solche Fülle von Kunstge-nüssen, Augenweiden und Gaumenfreuden, dass man schon hier leben muß, um sie alle zu kennen geschweige denn ausprobieren zu können.

Südlich von Miami beginnt der Everglades National Park, das in seiner Art einzigartige Naturschutzgebiet der Erde. Auf einer Fläche von über 6.000 qkm leben mehr als 300 verschiedene Vogelarten zusammen mit Luchsen, dem vom Aussterben bedrohten Florida Panther und den berühmten Alligatoren. Für Naturliebhaber ist ein Besuch dieses ein-zigartigen Ökogebietes auf vielerlei Weise möglich, auf eigene Faust und markierten Wegen zu Fuß, mit dem Moun-tainbike, dem Kanu oder per Parkführung. Ähnliches gilt für den Biscayne National Park, dessen einzigartige Attrak-tionen auf und im - meist seichten - Wasser ebenfalls einen Besuch wert sind.

Biscayne National Park markiert gleichzeitig das Ende des floridianischen Festlandes und den Beginn der berühmten Inselkette der
Florida Keys. Dem Overseas Highway 1 in Richtung Süden folgend erschließt sich dem Besucher ein atemberaubendes Panorama aus landschaftlicher Schönheit und einmaligem Ökosystem. Der Highway US 1 verbin-det eine Kette von Inseln umgeben vom satten Grün der Mangroven und den beiden Ozeanen mit seinem spektaku-lären Farbenspiel zwischen aquamarinblau und zartem türkisgrün. Einige Inseln sind nicht mehr als kleine Fischer-stützpunkte, andere beherbergen stolz die so typischen pastellfarbenen Winterquartiere wohlhabender Nordameri-kaner oder gar elegante Resorts. Überhaupt besteht an Unterkunftsmöglichkeiten kein Mangel - vom Campigzelt über Appartments bis zu Hotels aller Kategorien. 

Die etwas bekannteren Orte in den Keys sind
Key Largo, Islamorada, Marathon, Long Key und - natürlich Key West. Haupt-Naturattraktionen sind der John Pennekamp Coral Reef State Park und das benachbarte Key Largo National Marine Sanctuary. Auf einer Länge von über 30 km und einer Gesamtfläche von fast 40 qkm sind auch diese Parks mit 55 verschieden Korallenarten und nahezu 500 verschiedenen Fischarten ein Paradies für Fischer, Schnorchler und Taucher. Den krönenden Abschluß eine Aufenthaltes auf den Florida Keys bildet zweifellos Key West, der südlichste Zipfel Amerikas. Eine faszinierende Mischung aus Exzentrik, trägem Insel-Charme, Bürgerkriegs-Forts, berühmten Schriftstellern und Künstlern, Straßencafés und ziemlich verrückten Leuten machen die unverwechselbare Atmos-phäre dieses Ortes aus und den Besuch zu einem Muss.


©  B. Carpenter