St. Patrick’s Day - Eine Irish-Amerikanische Tradition

In allen Kulturen vom Anbeginn der Menscheit bis heute zelebrierten und feiern die Menschen Festtage. Amerika macht da selbstverständlich keine Ausnahme. Obwohl der amerikanische Begriff dafür “Holiday’s” ist, was wörtlich übersetzt “Heilige Tage” bedeutet, sind die meisten amerikanischen Feiertage weder ihrer Natur noch ihrem Ursprung nach religiös. Weil der “Schmelztiegel” Amerika mit einem reichen ethnischen Erbe gesegnet ist, beruhen viele amerikanischen Feiertage auf einer Vielzahl unterschiedlicher, kultureller Quellen und Traditionen. Aber alle diese Feiertage haben einen unverwechselbaren, amerikanischen Charakter angenommen, bei dem der Begriff “Feiertag” in erster Linie mit “feiern” verbunden ist. Ein solcher - inoffizieller - “Feiertag”, ist “Saint Patrick’s Day”, der am 17. März eines jeden Jahres zu Ehren des irischen National-Heiligen begangen wird.

Ein großer Teil der frühen Einwanderer in die neue Welt waren irischer Herkunft und mehr als die Hälfte aller Soldaten, die im amerikanischen Unabhängigkeits-Krieg auf amerikanischer Seite kämpften, hatten irische Vorfahren. Böse Zungen behaupten, daß die modernen Nachfahren der als trinkfreudig geltenden Iren heute ein größeres und lauteres “St. Patrick’s Day” Fest veranstalten als die Iren selbst. Jedes Jahr am 17. März oder dem vorausgehenden Samstag veranstalten Städte mit irischer Bevölkerung - allen voran natürlich New York - große Paraden zu Ehren des berühmten Heiligen. Grün ist dabei die dominierende Farbe, denn grün ist nicht nur eine der nationalen Farben Irlands sondern auch ein Zeichen des Frühlings. Grüne Streifen auf der Straße markieren den Weg der Parade, die Menschen schmücken sich mit grünen Hemden, Schleifen, Hüten etc. und in den Kneipen wird sogar grünes Bier ausgeschenkt.

Wie viele andere Feiertage in den Vereinigten Staaten hat auch “St. Patrick’s Day“ seine Ursprünge im Altertum. Die Person, die später zum National-Heiligen Irlands werden sollte, wurde um 385 im heutigen Wales unter dem Namen Maewyn geboren. Die britischen Inseln waren zu dieser Zeit zuerst von den Römern erobert worden und wurden dann durch germanische Stämme besetzt. Weit davon entfernt ein Heiliger zu sein wurde er mit 16 Jahren von irischen Plünderern, die sein Dorf überfielen entführt und als Sklave nach Irland verkauft. Hier lebte er sechs Jahre als Schafhirte bevor ihm die Flucht aufs französische Festland gelang, dem damaligen Gallien. Er war ein religiöser Junge und betete, daß er irgendwann in sein Heimatland zurückkehren würde.

Er fand Aufnahme im Kloster St. Germain, wo er die nächsten 12 Jahre unter dem Bischof von Auxerre theologische Studien betrieb. Hier entdeckte er seine Berufung nach Irland zurückzukehren und die einheimischen, heidnischen Kelten zum Christentum zu bekehren. In Irland angekommen wurde Patrick - er hatte nach seiner eigenen Taufe diesen Namen angenommen - Missionar und reiste von Dorf zu Dorf das Wort Gottes zu verkünden und zu taufen. In diesem Vorhaben war er so erfolgreich, daß er sich den Zorn der hiesigen Druiden zuzog und mehrfach verhaftet wurde aber jedes mal wieder entkam. Während seiner Tätigkeit als Missionar und später als Bischof errichtete er zahlreiche Klöster und Schulen in Irland die ihn in seiner Missionstätigkeit unterstützten. Seine Missionstätigkeit in Irland dauerte 30 Jahre. Danach setzte er sich in der Grafschaft Down zur Ruhe, wo er am 17. März 461 starb. Seitdem wird dieser Tag in Irland als Gedenk– und Feiertag begangen.

Viel irische Folklore umgibt den “St. Patrick’s Day” - das meiste davon ist nicht wissenschaftlich erhärtet. Eine dieser Überlieferungen besagt, daß er Tote zum Leben erweckte, eine andere, daß er während einer Bergpredigt alle Schlangen aus Irland vertrieb. Natürlich waren Schlangen nie heimisch im kalten Irland und viele Menschen glauben heute, daß dies nur eine Metapher ist für die Bekehrung der Heiden zum christlichen Glauben. Obwohl ursprünglich ein katholischer Feiertag hat sich “St. Patrick’s Day” im Laufe der Jahrhunderte immer mehr zu einem weltlichen Feiertag entwickelt, bei dem das feuchtfröhliche Feiern im Mittelpunkt steht.

Eine traditionelle Ikone ist dabei das Kleeblatt. Seine Verwendung beruht auf der Sage, daß St. Patrick bei seinen Predigten das dreiblättrige Kleeblatt benutzte zur Erklärung der Dreieinigkeit. Er erläuterte damit, wie Vater, Sohn und Heiliger Geist als getrennte Elemente der gleichen Glaubenslehre existieren können. Seine Nachfolger adoptierten diese Sitte und so gehört das dreiblättrige Kleeblatt an diesem Gedenktage als Symbol zu jeder “Saint Paddy” Kostümierung.

Mit den ersten Siedlern kam 1737 der Brauch des “St. Patrick’s Day” Gedenktages nach Amerika. Das war das erste Jahr, an dem dieser Feiertag in Boston zum ersten Male öffentlich begangen wurde. Heute feiern Millionen Amerikaner diesen Tag, egal ob sie irisch sind oder nicht.

©  Bernard Carpenter