President’s Day - Amerika gedenkt seiner Präsidenten
Während in Europa der Kalender stark von religiösen Feiertagen geprägt ist, dominieren in den USA historische Gedenktage den Feiertagskalender. Ein solcher, offizieller Feiertag ist der jeweils dritte Montag im November – „President’s Day“. Dieser Tag ist vor allem dem Gedenken an George Washington gewidmet, Amerikas erstem Präsi-denten und dessen Geburtstag in 1796 (dem letzten vollen Jahr seiner Präsidentschaft). Washington wurde, dem modernen Kalender zufolge, der ab der Mitte des 18. Jahrhunderts benutzt wurde, am 22. Februar 1732 geboren. Dem alten, bis dahin benutzten Kalender zufolge aber wurde Washington bereits am 11. Februar geboren. So feierten viele Amerikaner in 1796 seinen Geburtstag am 22. Februar, während andere die Gelegenheit stattdessen auf den 11. Februar vorverlegten.
Bis zum frühen 19. Jahrhundert hatte dann Washingtons Geburtstag feste Wurzeln in der amerikanischen Gesellschaft geschlagen und wurde als nationaler Feiertag begangen. Seine Traditionen schlossen abendliche Geburtstags-Bälle in verschiedenen Regionen ein mit Reden und Empfängen der politischen und wirtschaftlichen Prominenz und eine allgemeine Schwelgerei in den Wirtshäusern überall im Land. Dann kam Abraham Lincoln daher, noch ein verehrter Präsident der jungen Vereinigten Staaten von Amerika und ebenfalls im Februar geboren (am 12. des Monats).
Die erste formelle Befolgung seines Geburtstages fand 1865 statt, dem Jahr nach dem Mord-Attentat auf ihn, als sich beide Häuser des Kongresses zu einer Gedenkfeier versammelten. Obwohl Lincolns Geburtstag nicht zum offiziellen, nationalen Feiertag erhoben wurde wie der von George Washington, war sein Geburtstag dennoch ein gesetzlicher Feiertag in mehreren Bundes-Staaten.
Um diese und ähnliche regionalen Besonderheiten zu vereinheitlichen, wurde 1968 ein Gesetz verabschiedet, wel-ches die Reorganisation mehrerer öffentlicher Feiertage betraf. Einer dieser Feiertage war Washingtons Geburtstag, der mit diesem Gesetz offiziell auf den dritten Montag im Februar eines jeden Jahres verlegt wurde, unabhängig davon ob dieser Tag auf den 22. Februar fiel. Dieses Gesetz, welches 1971 in Kraft trat, wurde erlassen, um den jährlichen Feiertags-Kalender zu vereinfachen und allen Bundes-Angestellten einige verlängerte Wochenenden übers Jahr zu gewähren.
Inzwischen scheint es populär geworden zu sein - obwohl dieser Feiertag im Februar offiziell und in vielen Kalendern noch immer als Washingtons Geburtstag bezeichnet wird - diesen Feiertag als den „Tag der Präsidenten“ zu bezeichnen. So ehrt und zelebriert der dritte Montag im Februar nicht nur die Geburtstage von George Washington und Abraham Lincoln sondern letztlich aller Männer, die diesem Staat als Präsident gedient haben.
© Bernard Carpenter