Miami Beach

Die Geschichte von Miami Beach begann wie in so vielen anderen Teilbereichen Groß-Miamis mit der Vision eines Mannes. John S. Collins, Gründer von Miami Beach und Namensgeber der nach ihm benannten Collins Avenue, erwarb 1909 das Stück Land auf dem Miami vorgelagerten Barrier-Riff, das damals eine in Konkurs gegangene Kokosnuss-Plantage darstellte. Wie viele Visionäre und Grundstückspekulanten seiner Zeit sah er das hier schlummernde, enorme Entwicklungspotential und begann zusammen mit den Gebrüdern Lummus mit der Erschließung dieses Beachstreifens. Tausende Tonnen Sand wurden aus der Biscayne Bay ausgebaggert und zum Auf- und Ausbau der Beach und des Baulandes verwandt und extensiv bepflanzt zur Stabilisierung und zum Schutz gegen Erosion durch Wasser und Stürme.

1913 wurde die Collins Toll Brücke eröffnet, die erste Brücke zwischen dem Festland und Miami Beach (später ersetzt durch den heutigen Venetian Causeway) und markierte damit die Geburtsstunde einer Stadt, die sich rasch zum beliebten Winter-Tummelplatz für wohlhabende New Yorker in den 40er und 50er Jahren und zum führenden Altersruhesitz in den 60ern des vorigen Jahrhunderts entwickelte. Heute ist Miami der pulsierende, gesellschaftliche und geschäftliche Mittelpunkt Floridas vor allem für die Mode-, Musik- und Filmindustrie, ein Mekka für Baulöwen und -
natürlich - ein Magnet für Millionen Touristen aus aller Welt.

    Der berühmte, im Art Deco Stil erbaute, Ocean Drive in Miami Beach                     "SoBe" (South Beach) bei Sonnenuntergang   

Miami Beach - von West 63. St. im Norden bis zum South Pointe Park an seiner Südspitze - offeriert neben einem Füllhorn an Urlaubsvergnügungen auch ein vielfältiges Kulturangebot. Kunstinteressierten präsentiert das Bass Museum of Art eine permanente Ausstellung alter Meister und Skulpturen sowie eine der umfassendsten Ausstellungen mo-derner Kunstobjekte in Süd-Florida. Das Wolfsonian Museum zeigt und organisiert Ausstellungen der über 70.000 Werke umfassenden Kunstsammlung von Mitchell Wolfson Jr. Daneben haben sich eine Fülle von Kunstgalerien rund um die Lincoln Road etabliert. Eine andere, ernsthaftere Kunstform stellt das Holocaust Memorial dar, dass den Op-fern und Überlebenden des Holocaust gewidmet ist.

Den Kulturinteressierten offerieren das Lincoln Theatre, die New World Symphony, das Jacky Gleason Theatre und das Miami City Ballet, um nur die berühmteren zu nennen, ein hochklassiges Angebot an Aufführungen mit bekannten Broadway-Stars und den Großen aus Ballett, Oper und Musical.

     Miamis berühmte Beach                                                                  Symphoniker auf dem Weg zur Arbeit

Miami Beachs zahllose Geschäfte und Boutiquen geben dem Namen "beachcombing" (etwa Strandräuberei) eine neue, moderne Bedeutung. Vom Designerbadeanzug bis zu den unvermeidlichen Muschelsouvenirs findet man alles, was einen Urlaub "erinnerungsfähig" macht in einer Umgebung, die von verrückt bis elegant reicht. Española Way mit seiner schönen, mediterranen Architektur erinnert in seiner Anmutung ein wenig an eine Straße in Madrid. Sowohl Collins Avenue als auch Washington Avenue bieten eine Fülle von Artikeln in Geschäften deren Spektrum von ernst und nüchtern bis zügellos phantastisch reicht. Und insbesondere Lincoln Avenue, Miamis einzige verkehrsberuhigte Flaniermeile nur für Spaziergänger, hat sich in den letzten Jahren zu einer attraktiven "grünen Lunge" und einem Shopping- und Restaurant-Hotspot entwickelt.

     Festliches Dinner an der Beach                                                   Bayside Shopping Mall in Downtown Miami

Lebensstil und Nationalitäten-Mix haben Miami Beach in den letzten Jahren zu einem Ort des "Sehen und Gesehen werden" gemacht, insbesondere nach Sonnenuntergang. Ob sie lokale, internationale oder floridianisch-karibische Küche in einem der zahlreichen Outdoor-Restaurants am Ocean Drive bevorzugen oder das Ambiente eines Gourmet-Tempels, Miami Beach offeriert etwas für jeden Geschmack und Geldbeutel. Die aufziehende Nacht läßt dann die "Sterne" erstrahlen - vor allem die des internationalen Show-Biz. Ob sie ihre Vorstellung geben in den zahlreichen Theatern vor in der Regel ausverkauftem Haus oder sich in Promi-Bars und Clubs amüsieren, sie alle sind Teil der langjährigen Tradition Miami Beachs als Tummelplatz "of the Rich and Famous".


©  B. Carpenter