Die Lower Keys - Paradies für Wassersportler
Das atemberaubende Farbenspiel der „ Straits of Florida“ auf der Atlantik-Seite und des Golf von Mexico auf der ande-ren Seite der Lower Keys erschließt sich dem Besucher auf dem Wege nach Key West besonders von der Bahia Honda Bridge, kurz hinter Marathon. Im Bahia Honda State Park, mit einer der 10 besten Beaches in ganz USA, läßt sich die unverfälschte Naturschönheit der Lower Keys in vollen Zügen geniessen.
Big Pine Key ist bekannt für das etwa 13 km Offshore liegende Looe Key Marine Sanctuary. Benannt nach der H. M. S. Looe, einem britischen Schiff, dass hier 1744 im Sturm sank, gilt dieser Unterwasser-Naturpark unter Kennern als das spektakulärste Flachwasser-Tauchparadies der Welt. Etwas weiter westlich bietet die 1998 versenkte „Adolphus Busch Senior“, ein ehemaliger 70 m langer Inselfrachter, benannt nach dem Gründer der berühmten Bier-Dynastie, als künstliches Riff eine Heimstatt für die farbenprächtige Fauna und Flora der Keys und ein weiteres Taucherparadies.
Eine zusätzliche Attraktion, die der Durchreisende allerdings allenfalls in den frühen Morgen– oder Abendstunden zu Gesicht bekommt, ist das Key Deer, ein nur etwa 60 cm großes Zwerg-Reh, das es nur in den Florida Keys gibt. Da es nur noch einige Hundert Exemplare dieser vom Aussterben bedrohten Reh-Gattung gibt, stehen sie unter Naturschutz. Deshalb gilt in diesem Teilabschnitt von Big Pine Key eine strenge Geschwindigkeitsbegrenzung von 45 Meilen am Tage und 35 Meilen während der Dunkelheit, die man nicht nur wegen der empfindlichen Geldbußen einhalten sollte, sondern auch, weil wie so häufig der Autoverkehr der größte und meist tödliche Feind ist für diese anmutigen Tiere.
Big Pine Key, das etwas weiter südlich gelegene Saddlebunch Key und Boca Chica vor den Toren von Key West sind ein Paradies für Naturliebhaber und offerieren unvergeßliche Eindrücke immer noch nahezu unberührter Natur, die man insbesondere per Kajak auf eigene Faust oder per geführter Boots-Tour erkunden und entdecken sollte. Eine weitere lokale Sehenswürdigkeit ist der Perky Bat Tower auf Sugarloaf Key. Erbaut wurde der Turm von Richter C. Perky 1929 mit dem Ziel ein Fischer-Camp zu errichten inmitten den damals noch Moskito-verseuchten Keys. Um dieser Plage abzuhelfen, brachte er einen Schwarm Fledermäuse in den Turm mit dem Ziel, die Moskitos zu fressen. Leider scheiterte der glänzende Plan kläglich. Im Gegenteil - Gerüchte besagen, daß die Moskitos die Fledermäuse fraßen.
Kurz vor Key West kommen UFO-Fans auf ihre Kosten – ein unbekanntes Flugobjekt, daß sich bei der Weiterfahrt langsam aber sicher als eine Art Zeppelin-Ballon entpuppt. Es ist „Fat Albert“, oberhalb der in Key West ansässigen Raketen-Beobachtungsstation der Marine, der angeblich lediglich den Bootsverkehr in den Keys überwacht - ein Schelm wer schlecht darüber denkt.
© B. Carpenter