Greater Pensacola - Historischer Charme und traumhafte Strände
Abseits der großen Tourismus-Metropolen gelegen ist die Pensacola Bay selbst für Florida-Kenner fast noch ein weisser Fleck auf der Landkarte. Das hat natürlich in erster Linie mit der ungewöhnlichen, geographischen Form Floridas zu tun und den damit verbundenen, enormen Entfernungen von Tourismus-Hochburgen wie Miami, Orlando oder gar den Florida Keys. Wer aber das "andere" Florida entdecken möchte - einer der heißesten Trends im Florida Tourismus – dem sei ein Aufenthalt in der Pensacola Bay Area wärmstens empfohlen. An der Staatsgrenze zu Alabama im äußersten Westen Floridas, am herrlichen Golf von Mexico gelegen, ist das moderne Pensacola nicht nur Hauptstadt und Regierungssitz von Escambia County und das wirtschaftliche Zentrum von Floridas "Emerald Coast" (Smaragd-Küste), die sich von Perdido Key im Westen bis nach Mexico Beach im Osten erstreckt. Pensacola und die vorgelagerten Inseln - Perdido Key, Santa Rosa, Pensacola Beach und Navarre Beach – sind ebenso ein Traum-Tourismus-Ziel, das attraktive Historie, charmantes Süd-Staaten Flair, atemberaubende Strände und Naturschönheiten und eine Fülle an Attraktionen zu bieten hat.
Pensacola Beach Hafen von Pensacola Aviation Museum
Die Geschichte der Pensacola Bay beginnt mit der Ankunft der ersten spanischen Eroberer um 1540, die zwar die Golfküste Floridas vom heutigen Sarasota bis nach Texas erforschten, aber nicht besiedelten. Das geschah erst rund zwanzig Jahre später, als Don Tristan de Luna mit einer Flotte von 13 Schiffen und rund 2.000 Soldaten und Siedlern im August 1559 den Versuch unternahm, eine erste spanische Kolonie an Floridas Golfküste zu errichten. Dieser Versuch aber stand unter keinem guten Stern, denn schon zwei Monate später zerstörte ein Hurricane einen Großteil der Nahrung und Ausrüstung der rund 1500 Siedler und alle Schiffe bis auf drei, die sich flußaufwärts in den Black River hatten retten können. De Luna erwies sich als miserabler Führer, konnte eine Meuterei nur mit Mühe unterdrücken und war gezwungen sich nach Kuba zurück zu ziehen, wo er Jahre später in Armut starb. Obwohl dieses Abenteuer nur rund 4 Jahre währte, darf sich Pensacola zu Recht als Amerikas älteste Stadt bezeichnen - ein Prädikat, dass ihr nur von St. Augustin an Floridas Atlantik-Küste streitig gemacht wird. Am 8. September 1565 gründete hier ein anderer Spanier – Pedro Menendez de Aviles - die erste spanische Kolonie, die Bestand hatte. Und so darf sich St. Augustin mit dem Prädikat schmücken, Amerikas älteste, permanent bewohnte Stadt zu sein.
Wentworth Museum Fort Pickens Historic Pensacola
Wer sich für die Historie Pensacolas interessiert – die Stadt der fünf Flaggen als Symbol der häufig wechselnden Obrigkeiten im Laufe der Jahrhunderte - hat wahrlich viel zu erzählen. In Wahrheit dürften wohl mehr als ein Dutzend verschiedener Flaggen über Pensacola geweht haben, beginnend mit De Lunas Expedition 1559 im Auftrage der spanischen Krone. Nach Aufgabe des ersten, gescheiterten Besiedlungs-Experiments beherrschten Creek-Indianer die Bay, immer wieder gestört von spanischen und französischen "Besuchern". Dann wurden aus gelegentlichen "Besuchen" Besetzungen, bei denen sich die Machthaber - Spanier, Franzosen und Briten, immer verbunden mit kriegerischen Auseinandersetzungen versteht sich - in bunter Reihenfolge abwechselten.
Nach dem Beitritt Floridas als 27. Staat der Union am 3. März 1845 und während des amerikanischen Bürgerkrieges wehten dann noch abwechselnd die Südstaaten Flagge und die der Nord-Staaten über einem unruhigen Florida, bis dann endlich 1899 die heutige Flagge zum Staats-Symbol erkoren wurde. Die bewegte, 450 Jahre alte Geschichte der Pensacola Bay Area kann auch heute noch - liebevoll erhalten und restauriert - in vielen Teilen der Stadt und in den Museen besichtigt werden. So ist ein Spaziergang oder eine Fahrt mit dem Trolley-Bus im Historic Pensacola Village, im Ft. Barrancas Historic District am Eingang zur Pensacola Bay und im Historic District in der Stadtmitte Pensa-colas ein entspannendes und lohnenswertes Erlebnis.
Darüberhinaus bieten das Historic Museum, das Civil War Soldiers Museum (Bürgerkriegs-Museum) und natürlich die Festung Fort Pickens detaillierte Einblicke in die bewegte Geschichte dieser Region. Ft. Pickens, das eine wichtige Rolle während des amerikanischen Bürgerkriegs spielte - unter anderem wurde hier der berühmte Indianerhäuptling Geronimo samt Anhang 2 Jahre gefangen gehalten - ist heute Teil des Gulf Island National Seashore Parks und ein Muss für jeden Pensacola-Besucher, vor allem auch wegen der herrlichen Strände und der nahezu unberührten Natur.
Auch Pensacolas jüngere Geschichte ist lebendig in den historischen Villen-Vororten von Seville, Palafox und North Hill. Hier dominieren, umgeben von herrlichem, altem Baumbestand, eindrucksvolle Villen und Patrizier-Häuser des frühen 19. Jahrhunderts, in denen man sogar wohnen kann – als Gast in einem der charmanten, historischen Bed & Breakfast Hotels. Neben den historischen Sehenswürdigkeiten aber ist die Pensacola Bay Area vor allem auch ein phantastisches Urlaubsrefugium mit preisgekrönten Stränden, verträumten Naturparks und allen Attraktionen einer modernen Urlaubsmetropole, die sich kein Florida-Besucher auf Dauer entgehen lassen sollte.
© B. Carpenter