North-West-Florida: Floridas "vergessene Küste"
Eingerahmt vom US-Bundesstaat Alabama sowohl im Norden als auch im Westen und im Süden an den Golf von Mexico grenzend präsentiert sich der äußerste Nord-Westen Floridas wegen seiner geographischen Abgeschiedenheit als Floridas "vergessene Küste". Völlig zu Unrecht, denn diese Region bietet alles was Florida so berühmt und beliebt gemacht hat - atemberaubende Natur, eine reiche Geschichte und zahllose Attraktionen - perfekt geeignet für einen unvergeßlichen Urlaub. Puderzuckerfeiner, weißer Sand an nahezu endlosen Traumstränden umgeben von den smaragdgrünen, kristallklaren Fluten des Golf von Mexiko dominieren das Landschaftsbild dieser Region. Nicht umsonst wird dieser Küstenstreifen auch liebevoll "Emerald Cost" (Smaragd-Küste) genannt und offeriert damit eine unwiderstehliche Einladung zum Sonne-Tanken, gepaart mit einer großzügigen Dosis träger, südlicher Gastfreundschaft.
Strand-Liebhaber und Sonnen-Anbeter können hier mehr als 40 Meilen traumhafter Golfküste geniessen, über die Hälfte davon als Naturschutzgebiete in Form staatlicher Parks geschützt. North-West Florida verfügt aber nicht nur über einige der schönsten Strände im Land. Es bietet ebenso unzählige Seen, breite Buchten, glasklare Flüsse und majestätische Kiefernwälder im Landesinneren. Aktiven Besuchern stehen eine Fülle von sportlichen Betätigungen zur Verfügung. Dutzende von Golfplätzen aller Spielstärken in atemberaubender Szenerie, Tennis, Parasailing, Beachvolleyball, Minigolf, Jetskiing und alle nur erdenklichen Arten von Freizeitvergnügungen und Aktivitäten auf dem Wasser, im Wasser und unter Wasser runden das Angebot ab.
Pensacola, an Floridas äußerster West-Spitze, war die erste europäische Ansiedlung in Nord-Amerika, als spanische Kolonisten sich hier im Jahre 1559 niederließen. Schon zwei Jahre später aber zwang ein schwerer Hurricane diese frühen Siedler diese Ansiedlung wieder aufzugeben. Die Besucher von heute hingegen erwartet ein sehr viel wärmeres und unverfälschtes Südstaaten-Willkommen in diesem populären Urlaubsort. Wer sich für Pensacolas Historie interessiert, kann die über 400-jährige Geschichte dieser charmanten Stadt auch heute noch im Pensacola Historic District, dem Historic Pensacola Village und dem Civil War Soldiers Museum bewundern - alle zentral in Downtown Pensacola gelegen in der Nähe von Trolley-Stops, sodass man kein Auto benötigt.
Auch Fort Pickens, dass während des amerikanischen Bürgerkrieges eine kurze Rolle spielte und in dem seinerzeit der berühmte Indianerhäuptling Geronimo mit einem Teil seines Stammes von 1885-87 gefangen gehalten wurde, ist eine Besichtigung wert. Erbaut um 1820 aus über 21 Mio. Klinkersteinen diente es, wie andere Forts im Großraum Pensacola auch, bis in die Neuzeit der Verteidigung gegen Angriffe von See. Navarre Beach, gleich über die Three Mile Bridge gegenüber von Pensacola gelegen, markiert das westliche Ende von Floridas berühmter Smaragd- Küste die sich ostwärts bis nach Seaside erstreckt. Gemeinsam mit dem benachbarten Gulf-Breeze bietet Navarre über 6 km Traum- Beach und Dünenlandschaft, von denen weite Bereiche noch völlig unerschlossen und unberührt sind.
Besucher, die zum ersten Mal nach North-West-Florida kommen, sind oftmals überwältigt von den atemberaubenden Stränden im Gebiet von Destin, Fort Walton Beach und Okaloosa Island, ca 60 km östlich von Pensacola. Smaragdgrünes Wasser und brillant-weißer Sand bieten die Kulisse für einen perfekten Urlaub für die ganze Familie und mit mehr als 100 Festen und Veranstaltungen im Jahr kommt garantiert keine Langeweile auf. Destin rühmt sich - wohl zu Recht - als "The World's Luckiest Fishing Village", was heißt, das Angler hier mehr Glück haben, als sonst irgendwo. Neben dem notwendigen Anglerglück sind es aber vor allem die enorm fischreichen Gewässer des Golf von Mexico, die das Herz eines jeden Hochseeanglers höher schlagen lassen. Wen wundert's da noch, dass Destin fünf Weltrekorde im Hochsee- Fischen verzeichnen kann und über die größte Fisch-Charter-Boot Flotte in Florida verfügt.
Bei Städtenamen wie Seascape (Meereslandschaft), Hidden Dunes (Versteckte Dünen) und Mainsail (Großsegel) ist es keine Überraschung, dass South Walton County, östlich von Destin, viel vom Charme des "Alten Florida" bewahren konnte. Hier kuscheln sich Hütten hinter Dünen und sandige Wege führen Sie ins Nirgendwo. Besucher können hier 18 kleine Strand-Dörfer "entdecken" – vom malerischen Grayton Beach bis zum architektonisch reizvollen, vielfach gerühmten und ausgezeichneten Seaside. Panama City Beach, im Zentrum von Florida's Nord-West-Küste, behielt über viele Jahre die Anmut eines altmodischen Strand-Urlaubsortes mit seinem Streifen von malerischen Motels, lebhaften Bars und bunten Vergnügungsparks entlang der Beach. Heute offeriert ein modernisierter "Miracle Strip" alle Annehmlichkeiten einer Spaziermeile an der Beach und eine Anzahl von Attraktionen, die jedes Kinderherz höher schlagen lassen. Hotels und Apartments, sowohl am Strand als auch an der Bucht, sind zahlreich vorhanden und leicht zu finden. Die berühmte Beach und die zahllosen Sportmöglichkeiten an Land, auf, im und unter Wasser machen Panama City Beach zu einem attraktiven Urlaubs- Ziel für Touristen aus aller Welt.
Etwas abseits der bekannteren Urlaubsorte in North-West- Florida findet man das verschlafene Mexico Beach, die Fischergemeinde von Port St. Joe und Apalachicola, das berühmt ist für seine Austern. Im charmanten Apalachicola scheint die Zeit fast stehengeblieben zu sein und Besucher dieses versteckten Städtchens haben die mit alten Eichen gerahmten Sträßchen, Kunstgewerbe- und Antik-Geschäfte und die Häuschen im victorianischen Baustil fast für sich allein. Berühmtheit erlangte in 2002 der St. Joseph State Park gegenüber Port St. Joe. Dr. Stephen Leatherman, Professor für Umweltstudien an der Florida International University (FIU) in Miami und allgemein als "Dr. Beach" bekannt, bewertete die Beach im St. Joseph State Park als die beste in den gesamten USA einschließlich Hawaii.
Landeinwärts erwartet den Naturfreund und Ökotourist eine vielfältige Fauna und Flora im Blackwater River State Forest oder dem Apalachicola National Forest - um nur die beiden größten Parks zu nennen - mit ausgezeichneten Wander-Routen, Informationszentren und freundlichen Parkrangern. In den meisten Parks gibt es darüberhinaus Vermietstationen für Fahrräder und/oder Kanus, Übernachtungsmöglichkeiten in einfachen Camps sowie fachkundige Führungen, die unvergeßliche Eindrücke und Erlebnisse garantieren - abseits der ausgetretenen Touristenpfade.
© B. Carpenter